Die Fernwärmeübergabestation

Erst mit der Verbindung zum Wärmenetz wird Stadtwärme für den Verbraucher nutzbar

Stadtwärme  •  04.03.2021

#stadtwärme #stadtwärmenetz #fernwärmeübergabestation

 

Wo Maschinen arbeiten, da entsteht auch Wärme. Doch während bei vielen Systemen, etwa beim klassischen Automobil mit Verbrennungsmotor oder bei Kühlanlagen die unerwünschte Wärme einfach an die Umgebung abgegeben wird, wird die Abwärme bei Heizkraftwerken mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in unser Stadtwärmenetz eingespeist und so genutzt, um die Energieeffizienz zu steigern und so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Durch die KWK-Technologie werden die eingesetzten Brennstoffe bis zu 90 Prozent ausgenutzt. Zusätzlich werden insgesamt 30 Prozent weniger Brennstoffe benötigt. Über moderne Wärmeleitungen aus Kunststoffmantel-Verbundrohr kann die Wärmeenergie unterirdisch verlustarm über lange Strecken bis zum Verbraucher geführt werden. Fernwärmenetze mit Leitungslängen von über 100 Kilometern sind technisch möglich und auch im praktischen Einsatz. Das Berliner Stadtwärmenetz beispielsweise hat eine Gesamtlänge von ca. 2.000 Kilometern. Eingespeist wird dort nicht nur die Wärme aus unseren Heizkraftwerken, auch Industrie- und Gewerbebetriebe wie beispielsweise die Königliche Porzellan-Manufaktur geben überschüssige Abwärme an das Berliner Stadtwärmenetz ab, sodass in der Stadt klimaschonend mit Stadtwärme geheizt werden kann.

 

Die Fernwärmeübergabestation schafft die Verbindung zum örtlichen Fernwärmenetz

Die Verbindungsleitung stellt den Anschluss an das Fernwärmenetz her. Am Ende dieser Leitung befindet sich die sogenannte Fernwärmeübergabestation. Sie besteht aus einer Vor- und einer Rücklaufleitung, aus Einrichtungen für die Entleerung und Entlüftung, einem Wärmemengenzähler sowie Temperatur- und Druckanzeigen und einem Differenzdruck- und Volumenstromregler. Die Fernwärmeübergabestation stellt den vertraglich vereinbarten Versorgungsumfang sicher. Unteranderem wird hier die Durchflussmenge (Heizwasservolumendurchfluss) angepasst.

 

Fernwärmeübergabestation + Hauszentrale = Hausstation

Die platzsparende Fernwärmeübergabestation wird entweder direkt an einer Wand oder mit einer Stahlkonstruktion auf dem Boden montiert. Bindeglied zwischen dem Netz des Energieversorgers (Primärseite) und dem Netz des Hauseigentümers (Sekundärseite) ist der Wärmeübertrager. Er entnimmt die Heizenergie aus dem Fernwärmenetz und überträgt sie in das Hausnetz.

Die Fernwärmeübergabestation des Energieversorgers und die direkt daran anschließende Hauszentrale, die Druck, Temperatur und Heizwasservolumendurchfluss des Wärmeträgers regelt, bilden zusammen die sogenannte Hausstation. Daran schließt sich die eigentliche Heizungsanlage (Hausanlage) des Verbrauchers an, sie besteht aus dem Rohrleitungssystem, den Speichern, dem Ausdehnungsgefäß, den Heizflächen (zum Beispiel Heizkörper oder Fußbodenheizung) und den Armaturen.

 

  1. Wärmemengenzähler

  2. Volumenstrombegrenzer

  3. Druckmessung

  4. Verbindungsleitung

  5. Pumpe

  6. Wärmeübertrager


Für den Verbraucher hat das Heizen mit Stadtwärme viele Vorteile: Fernwärmeübergabestationen gibt es in vielen Größen und Leistungsklassen. So kann die passende Anlage zum jeweiligen Gebäude gewählt und damit Platz eingespart werden. Der notwendige Platz für Heizkessel, Brennstofflager, Schornsteine sowie die entsprechenden Ver- und Entsorgungszugänge kann anderweitig eingeplant werden.