Härtetest für das Stadtwärmenetz

Stadtwärme  •  16.02.2021

#instandhaltung #netzausbau #stadtwärme

 

Die Eiseskälte, die Hoch „Gisela“ Anfang Februar nach Berlin brachte, wurde von vielen, die mit der Wärmeversorgung der Hauptstadt zu tun haben, mit Spannung erwartet. Schließlich hat die Vattenfall Wärme Berlin in den letzten beiden Jahren den Anlagenbestand so stark verändert, wie seit Jahrzehnten nicht und die Vorbereitung auf den „Ernstfall“ war besonders intensiv. Mit den neuen Heizkraftwerken Marzahn und Lichterfelde können nun aktuell unter anderem zwei hochmoderne Gas- und Dampfturbinenanlagen zeigen, was sie während mehrwöchiger Frostperioden leisten können.

„Die Wärmebereitstellung für unsere Bestandskunden läuft ohne Probleme“, sagt Mandy Rohwedder, Leiterin Bautechnik, die selbst lange im Wärmevertrieb tätig war. „Viele Kunden kontaktieren uns derzeit mit der Bitte um eine Leistungserhöhung. Das heißt für uns, schnell zu reagieren, um den höheren Wärmebedarf decken zu können. Bislang gelingt uns das gut.“

 

Netzausbau auch im Winter

Besonders gefordert sind im harten Winter nicht nur die Erzeugung und der Betrieb. Auch die Instandhaltung und der Netzausbau müssen reibungslos funktionieren. Auf zahlreichen Baustellen der Vattenfall Wärme Berlin geht die Tätigkeit ohne Pause weiter. Insgesamt 180 Bauprojekte sind derzeit in Arbeit. Angefangen von Anschlüssen und Umlegungen bis hin zu Hydraulikmaßnahmen und größeren Netzerweiterungen. Zur letzten Kategorie zählt der Bau der Erschließungstrassen für neue Gebäude, die auf dem Gelände der Technischen Universität entstehen. Bei starken Minustemperaturen muss die Bautätigkeit im Freien hier zwar momentan ruhen, dennoch liegt die Maßnahme im Plan.

„Arbeiten an den Rohrleitungen sind bei diesen Temperaturen aus technologischen Gründen nicht möglich“, erklärt Jan Völz, Gruppenleiter Netzbau bei einem Baustellentermin mit seinem Team. „Das ist auch eine Frage der Qualitätssicherung. An den Versorgungszusagen an unsere Kunden ändert sich deshalb aber nichts. Wir konzentrieren uns während der Frostperiode einfach stärker auf die Tätigkeiten, die im Kellerbereich der Kunden anfallen.“



Die Leitung des Teams Netzbau beim Lokaltermin an der Baustelle Müller-Breslau-Straße in Berlin-Tiergarten
 

Während am Landwehrkanal für morgen gebaut wird, kann das Hausanschlussgeschäft auch in der kalten Jahreszeit Inbetriebnahmen melden. Bis Mitte Februar gingen im neuen Jahr bereits 20 neue Hausanschlüsse an den Start. Ihre Gesamtleistung beträgt circa 4 Megawatt.
 

Bewährte Hygienekonzepte und digitale Lösungen

Neben den Witterungsbedingungen beeinflusst auch Corona die Arbeitsabläufe bei der Vattenfall Wärme Berlin. „Wir gehören zur sogenannten systemrelevanten Infrastruktur“, sagt Jan Völz. „Das heißt, unser Geschäft muss auch während der Pandemie ohne Einschränkungen laufen. Deshalb haben wir frühzeitig für eine gute digitale Ausstattung gesorgt. So funktioniert zum Beispiel die Organisation der Baustellen auch aus dem Homeoffice heraus oder aus dem Auto – wenn es sein muss sogar aus einer individuellen Quarantäne.“

Während Arbeiten im Freien vom Virus weitgehend unbeeinträchtigt sind, kommen in engen Räumen, wie Kellern, die inzwischen bewährten Hygienekonzepte zum Einsatz. Auch Kunden und Dienstleister werden hier mit eingebunden. Speziell für Situationen wie Inbetriebnahmen, bei denen in der Regel verschiedene Personen anwesend sein müssen, wurden gesonderte Prozesse aufgesetzt. „Wer nach Lösungen sucht“, so die Kollegen, „der findet auch welche.“
 

Liebe Berlinerinnen und Berliner, auch an den kältesten Tagen des Jahres gilt, was wir euch versprochen haben: Die Vattenfall Wärme Berlin hält euch warm und ist auch in Zukunft der zuverlässige Partner für die Wärmeversorgung der Hauptstadt.