Rückbau des HKW Wilmersdorf

Das Heizkraftwerk Wilmersdorf verabschiedet sich

Stadtwärme  •  26.05.2021

#heizkraftwerk #wilmersdorf #stadtwärme

 

Vattenfall nimmt das Heizkraftwerk Wilmersdorf vom Netz und baut die drei Kesselhäuser mit ihren je 102 Meter hohen Schornsteine nachhaltig zurück. Damit verschwindet eine Anlage aus dem Berliner Stadtbild, die für fossile Strom- und Wärmeerzeugung stand. Der Rückbau stellt einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu Berlins Klimaneutralität dar.

Kran am Heizkraftwerk Wilmersdorf

Langer Lulatsch "knabbert" am Kamin

Im Heizkraftwerk Wilmersdorf startet der Rückbau des ersten Schornsteins - Platz schaffen für die Energiezukunft lautet die Devise.

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Für eine klimaneutrale Stadt

Deutschland verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden und die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 100 Prozent zu reduzieren. Als aktiver Partner richtet Vattenfall seine Strategie darauf aus, eine fossilfreie Strom- und Wärmeversorgung innerhalb einer Generation zu ermöglichen.

Dafür werden die Heizkraftwerke und Energieinfrastrukturen in Berlin zukunftsfähig gemacht. 2017 erfolgte bereits der Ausstieg aus der Braunkohleverfeuerung. In den Folgejahren gingen zwei hocheffiziente Gas- und Dampfturbinenanlagen in Lichterfelde und Marzahn ans Netz und ersetzten alte Bestandsanlagen. Auf der nächsten Etappe steht nun der Ersatz der Steinkohle bei der Wärmeerzeugung durch die Nutzung von Erdgas und Biomasse im Fokus.

In Zukunft wird der Anteil der konventionellen Energiequellen bei der Stadtwärmeerzeugung weiter abnehmen und die Bedeutung regenerativer Energien sukzessive steigen. Nach 2030 soll es dann verstärkt darum gehen, die Stadtwärme bis 2040 fossilfrei zu machen, indem anstelle der Übergangslösung Erdgas zunehmend regenerative Energien und grüner Wasserstoff zum Einsatz kommen.

Freie Sicht ab Ende 2022

Im Zuge der konsequenten Dekarbonisierung beendet Vattenfall die Ölverbrennung am Standort Wilmersdorf, dessen - für den heutigen Bedarf überdimensioniertes - Konzept eines Spitzenlastkraftwerks noch aus der Zeit des Kalten Krieges stammt. Mit dem Rückbau der drei Kesselhäuser und Schornsteine verschwinden Bauten aus dem Berliner Stadtbild, die für fossile Energieerzeugung standen.

Der vollständige Rückbau soll bis Ende 2022 erfolgt sein. Parallel wird bereits an Plänen für eine Nachnutzung von freien Flächen auf dem Betriebsgelände gearbeitet.

Geschichte des Standorts

1911

Inbetriebnahme eines Elektrizitätswerks durch die Elektrizitätswerk Südwest AG

1973

Beginn des Neubaus

2018

Inbetriebnahme drei neuer Heißwassererzeuger sowie Stilllegung der Gasturbine 1

2021

Stilllegung der Gasturbinen 2 und 3 sowie Beginn des Rückbaus

Fragen und Antworten zum Rückbau

Ist die Wärmeversorgung gesichert?

Die drei im Jahre 2018 in Betrieb gegangenen, erdgasbasierten Heißwassererzeuger werden am Standort verbleiben. Sie verfügen über eine thermische Leistung von insgesamt rund 120 Megawatt und können bei Bedarf benötigte Wärme schnell zur Verfügung stellen. Im gemeinsamen Verbund mit unseren Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen dienen sie als Spitzenlastanlagen und sichern auch an besonders kalten Tagen eine zuverlässige Wärmeversorgung. Auf diese Weise können Spitzenlasten mit besonders hohem Energiebedarf abgefangen und die Versorgung mit Stadtwärme abgesichert werden.

Warum wird der Betrieb der Gasturbinen eingestellt?

Bei der Strom- und Wärmeversorgung der Hauptstadt spielte das Heizkraftwerk Wilmersdorf in den letzten Jahren eher eine Nebenrolle. Die Gasturbine 1 wurde bereits 2018 im Zuge der Inbetriebnahme der neuen Heißwassererzeuger am Standort außer Betrieb genommen. Die beiden verbliebenen 45 Jahre alten Blöcke 2 und 3 wurden nur noch temporär - in extremen Spitzenlastzeiten - betrieben oder dann, wenn andere Heizkraftwerke zum Beispiel aufgrund von Revisionen nicht am Netz waren.

Im Zuge der konsequenten Dekarbonisierung beendet Vattenfall nun die Ölverbrennung am Standort Wilmersdorf, dessen – für den heutigen Bedarf überdimensioniertes – Konzept eines Spitzenlastkraftwerks noch aus der Zeit des Kalten Krieges stammt.

Warum wird der Rückbau durchgeführt? Was passiert in Zukunft mit dem Standort?

Der Standort Wilmersdorf bleibt auch ohne die Gasturbinenanlage ein wichtiger Standort zur Erzeugung und Verteilung von Stadtwärme. Der Rückbau der Alt-Anlage schafft Platz für weitere Entwicklungen auf dem eng bebauten Areal. An der Planung für eine mögliche Nachnutzung von Flächen, die durch den Rückbau auf dem Vattenfall Betriebsgelände frei werden, wird parallel zum Rückbau gearbeitet.

Was genau wird zurückgebaut?

Die Rückbaumaßnahmen umfassen die beiden Öltanks sowie die drei Kesselhäuser und ihre Schornsteine, welche nacheinander mithilfe eines Krans von oben nach unten abgetragen werden. Sie beginnen im 2. Quartal 2021. Der vollständige Rückbau wird bis Ende 2022 erfolgt sein.

Wie wird in Zukunft die Energieversorgung sichergestellt?

In den letzten Jahren fungierte das HKW Wilmersdorf, dessen Konzept aus der Zeit des Kalten Krieges stammt, nur noch als Reserveanlage mit sehr geringen Betriebsstunden. Durch diesen Einsatz als Spitzenlastanlage - vorwiegend für die Wärmeerzeugung - hatte die Anlage keinen signifikanten Beitrag zur Stromversorgung der Stadt mehr.

Darüber hinaus werden die drei im Jahre 2018 in Betrieb gegangenen, erdgasbasierten Heißwassererzeuger am Standort Wilmersdorf verbleiben. Sie verfügen über eine thermische Leistung von insgesamt rund 120 Megawatt und können bei Bedarf benötigte Wärme schnell zur Verfügung stellen. Im gemeinsamen Verbund mit unseren Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen dienen sie als Spitzenlastanlagen und sichern auch an besonders kalten Tagen eine zuverlässige Wärmeversorgung. Auf diese Weise können Spitzenlasten mit besonders hohem Energiebedarf abgefangen und die Versorgung mit Stadtwärme abgesichert werden.