Fernwärme für Berlins größtes Stadtentwicklungsprojekt

Zukunftsquartier Europacity

Kooperationen  •  26.02.2020

#nachhaltigkeit #kooperation #quartier

 

Rund um den Berliner Hauptbahnhof wird derzeit das größte innerstädtische Entwicklungsgebiet der Hauptstadt errichtet. Aus dem insgesamt 61 Hektar großen und lange Jahre ungenutzten Gebiet, das durch die Mauer, Containerbahnhöfe und Lagerhallen geprägt war, wird ein zukunftsträchtiges Quartier. Die Vattenfall Wärme Berlin wird dabei große Teile des Quartiers zwischen Nordhafen, Heidestraße und Humboldthafen mit lokal produzierter Fernwärme versorgen.

So hat die Vattenfall Wärme Berlin bereits vor Baubeginn mit den Planern des Berliner Senats zusammengearbeitet – der Beschluss zum Bau der Europacity fiel bereits in den 90er Jahren im Zuge der Planung des Berliner Hauptbahnhofs. Viel Zeit also, eine optimale Energielösung zur Versorgung mit Fernwärme auszuarbeiten und die Leistungsfähigkeit als örtlicher Fernwärme-Anbieter auf höchstem Niveau nachzuweisen.

Im Vorfeld galt es vor allem, mit den Investoren Erschließungs- und Rahmenverträge zur Fernwärme-Versorgung auszuhandeln. Ziel war es, mit allen Partnern, die am Projekt Europacity beteiligt sind, gleiche Rahmenbedingungen zu schaffen. Die 54 geschlossenen Verträge (weitere acht werden erwartet) bilden die Grundlage für die Heranführung der Fernwärme aus dem Heiznetz Berlin Mitte in eine Heiztrasse in der Invalidenstraße und in die einzelnen Bauareale.

Alles auf einen Blick

40 ha

zwischen Hauptbahnhof und Nordhafen

47.442 kW

Gesamtwärmebedarf

14.038 m

Rohrleitung der Haupt-, Blockanschluss- und Hausanschlusstrassen

 

Im Bauareal zwischen Hauptbahnhof und Nordhafen sollen die 47.442 kW Wärmebedarf durch rund 14.038 m Rohrleitung der Haupt-, Blockanschluss- und Hausanschlusstrassen in der Europacity verteilt werden. Die Versorgung durch Fernwärme aus dem Heiznetz Mitte besticht dabei, wie die berlinweite Versorgung durch Fernwärme von Vattenfall, besonders durch einen überdurchschnittlich guten Primärenergiefaktor. Wird der Primärenergiefaktor deutschlandweit für Fernwärme eigentlich mit pauschalen 0,7 angesetzt, beträgt er in Berlin nur 0,45.

Interview

mit Simon Dietzfelbinger
Gesamtprojektleiter, Bauvorhaben Quartier Heidestraße

 

Herr Dietzfelbinger, beschreiben Sie bitte kurz die Rolle Ihres Unternehmens in diesem Projekt.

Als Projektmanager beraten wir unseren Auftraggeber, die Quartier Heidestraße GmbH, seit Grundstücksankauf. Das umfasst auch das Thema Energie und Energieversorgung, das einen wesentlichen Bestandteil eines modernen und innovativen Quartiers darstellt. Mit unserem technischen Sachverstand und unserem Know-how sowie mit unserer Projektmanagementkompetenz, aber auch mit unseren Energieberatern und -designern wollen wir für unseren Bauherren die beste Lösung entwickeln.

 

Warum hat sich das Quartier Heidestraße für Fernwärme entschieden?

Zum einen spricht der hervorragende Primärenergiefaktor dafür, zum anderen die hohe Kompatibilität mit anderen Energielösungen. Bei dem Bürogebäude QH Track kombinieren wir die Fernwärme zum Beispiel mit drei BHKWs sowie mit Photovoltaik. Bereits 2015 sind wir damals auf Vattenfall zugegangen und konnten trotz einer damals vergleichsweise rudimentären Energiekonzeption schnell erste Bedarfe ermitteln und vertraglich vereinbaren. Gemeinsam sind wir dann zügig zu einem Erschließungsvertrag gekommen. Ab 2016 wurden die Leitungen gelegt, das hat reibungslos geklappt. Inzwischen konnten im Quartier auch die ersten Hausanschlüsse gelegt werden. Für uns ist es wichtig, die Fernwärme ab der Heizperiode 2019/20 auch als Bauwärme nutzen zu können.

 

Wie bewerten Sie insgesamt die Zusammenarbeit mit der Vattenfall Wärme Berlin und wie erfolgt die Abstimmung?

Sehr gut, fair und pragmatisch und aufgrund klar definierter Ansprechpartner auch ohne Informationsverluste. Nachdem wir uns anfangs – also während der Phase der Vertragsgestaltung oder bei den Baubesprechungen – turnusmäßig getroffen haben, erfolgt die Abstimmung jetzt bedarfsgerecht. Wenn es etwas zu klären gibt, bekommen wir immer schnell eine Antwort.
 

„Dieses überaus große Erschließungsareal ist eine anspruchsvolle Herausforderung für alle beteiligten Partner und erfordert neben Organisationstalent eine erhebliche Portion an Fachwissen.“

 


Thomas Wohlfeil
Kundenbetreuer Vertrieb,
Vattenall Wärme Berlin AG