Vertragsumstellung & veränderte Preispolitik

Derzeit erreichen uns viele Fragen zur Vertragsumstellung und der damit verbundenen neuen Preis- und Produktstruktur. Hier erläutern wir Ihnen die Hintergründe.

Unser Unternehmensziel: fossilfrei innerhalb einer Generation

Als Unternehmen verfolgen wir das Ziel, innerhalb einer Generation ein fossilfreies Leben zu ermöglichen.

In Berlin haben wir gemeinsam mit dem Senat die Wärmewende beschlossen und die erste Hälfte des Weges bereits geschafft: Wir haben die CO2-Emissionen, die mit der Erzeugung von Wärme in Berlin verbunden sind, gegenüber dem Jahr 1990 um mehr als 50 Prozent reduziert. Jetzt geht es um die restlichen 50 Prozent. Diesen Anteil zu beseitigen, wird technisch schwieriger und aufwändiger. Allein für den endgültigen Kohleausstieg bis 2030 werden wir mehr als 1,5 Milliarden Euro investieren.

Wenn wir dann 2030 ganz aus der Kohle ausgestiegen sind, sparen wir jährlich 2 Millionen Tonnen CO2. Das Land Berlin selbst will bis 2030 die Emissionen von 17 auf 11 Millionen Tonnen, also um 6 Millionen Tonnen senken. Das heißt, wir leisten mit Abstand den größten Einzelbeitrag. Unser Plan ist es schließlich, Mitte der 2040'er Jahre Wärme zu 100 Prozent fossilfrei zu erzeugen.
 

Fragen und Antworten zur veränderten Preispolitik

Warum wurde die Preispolitik verändert?

Die Veränderung hängt im Wesentlichen mit zwei Faktoren zusammen:

Zum einen schlägt der Klimawandel bereits heute zu Buche. Aufgrund des allgemeinen Temperaturanstiegs ist die Wärmeabnahme deutlich zurückgegangen. Allerdings müssen wir - ganz unabhängig von der Frage in welchem Umfang unsere KundInnen tatsächlich Wärme abnehmen – kontinuierlich in unsere Wärmenetze und unsere Erzeugungsanlagen investieren, um unsere KundInnen auch bei minus 15 Grad sicher zu versorgen.

Um mögliche "Dunkelflauten" zu überbrücken, müssen wir darüber hinaus quasi doppelte Erzeugungskapazitäten vorhalten. Schließlich wollen die BerlinerInnen auch mit Wärme versorgt werden, wenn kein Wind weht und die Sonne nicht scheint. Dies ist besonders im Winter eine große Herausforderung. Diese Kosten konnten mit der vorherigen Preisgestaltung nicht mehr refinanziert werden.

Zum anderen stemmen wir enorme Investitionen zum Erreichen der Berliner Klimaziele und den Umbau unseres Erzeugungsparks. Berlin sieht sich mit seinem Kohleausstieg als Vorbild für andere Metropolen und möchte bis 2050 klimaneutral sein. Wir unterstützen Berlin bei der Erreichung der Klimaziele und haben gemeinsam mit dem Senat die Wärmewende beschlossen. Die erste Hälfte des Weges ist bereits geschafft: Wir haben die CO2-Emissionen, die mit der Erzeugung von Wärme in Berlin verbunden sind, gegenüber dem Jahr 1990 um mehr als 50 Prozent reduziert. Jetzt geht es um die restlichen 50 Prozent. Diesen Anteil zu beseitigen, wird technisch schwieriger, aufwändiger und teurer – allein für den Kohleausstieg investieren wir bis 2030 mindestens 1,5 Milliarden Euro.

Die vormalige Preispolitik war vor dem Hintergrund dieser Faktoren aus betriebswirtschaftlicher Sicht für uns leider nicht mehr haltbar und eine Anpassung an die tatsächlichen Lebensumstände unumgänglich.

Selbstverständlich haben wir nicht nur die Kundenseite betrachtet, sondern auch die Effizienz unserer Wärmeerzeugung und -verteilung sowie unsere administrativen Prozesse verbessert. Dies werden wir weiterhin kontinuierlich tun.

Was hat sich mit Blick auf die Preispolitik verändert?

Unsere veränderte Preispolitik beinhaltet zum einen die Erhöhung unserer Preise und zum anderen ein verändertes Verhältnis von Grund- zu Arbeitspreis.

Für wen gelten die neuen Preise?

Die neuen Preise gelten für alle neuen Vertragsangebote. Für BestandskundInnen ändert sich bis zum Ende ihrer jeweiligen Vertragslaufzeit nichts. Erst zum Ende des aktuellen Vertrages bieten wir unseren KundInnen eine Weiterversorgung auf Grundlage der neuen Stadtwärmeprodukte an. Alle  KundInnen werden von uns rechtzeitig und individuell informiert. 

Zeitpunkt und Umfang der Preiserhöhung

Ende 2020 haben wir unsere Preispolitik angepasst. Das beinhaltet auch, dass wir seit dem 01.10.2020 (Q4 2020) Verträge nur noch zu Preisen abschließen, die im Vergleich zum Q3 2020 im Mischpreis um moderate 12,5 Prozent höher liegen.

Konkret: Mit Einführung der neuen Produkte hat sich der Mischpreis (netto, bestehend aus Grund- und Arbeitspreis) in Quartal Q4 2020 bezogen auf den Standardfall* für unser Produkt „Stadtwärme Klassik Plus“ gegenüber dem vorherigen Quartal Q3 um 9 Euro/MWh erhöht. Von 71,92 Euro/MWh (Q3 2020) auf 80,89 Euro/MWh. Das sind 12,5 Prozent.


* KundInnen mit einem Verbrauch von 8,58 MWh und rund 2.100 Vollbenutzungsstunden

Ausnahmefälle mit einem höheren Kostenanstieg

Vereinzelt gibt es KundInnen, bei denen die Kostensteigerungen höher ausfallen. Dabei handelt es sich um Ausnahmefälle, die in der Vergangenheit Sonderkonditionen hatten. Diese Sonderkonditionen können wir nun nicht mehr anbieten.

Der höhere Kostenanstieg hängt hier weniger mit unserer geänderten Preispolitik zusammen, sondern ist vielmehr auf den Wegfall von Sonderkonditionen zurückzuführen, von denen die KundInnen über viele Jahre profitiert haben. 

Die Konstellationen sind sehr individuell. Wir analysieren gemeinsam mit den betroffenen KundInnen ihre jeweilige individuelle Situation, um mögliche Lösungen anzubieten. 

Klimaneutrale Stadtwärmeprodukte

Ein konsequenter Schritt beim Umbau unseres Geschäftes ist, dass wir seit Oktober 2020 nur noch klimaneutrale Stadtwärmeprodukte anbieten. Damit sind wir der erste großstädtische Wärmeversorger in Deutschland, der so konsequent handelt. 

Unsere KundInnen können grundsätzlich zwischen zwei Stadtwärmeprodukten wählen: Das Produkt „Stadtwärme Natur 100“ bietet schon heute Wärme, die ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird. Beim Produkt „Stadtwärme Klassik Plus“ kompensieren wir die CO2-Emissionen, die wir heute noch nicht komplett vermeiden können, mit "Gold Standard"-Zertifikaten. 

Um die Überganszeit so nachhaltig wie möglich zu gestalten, haben wir uns bewusst für "Gold Standard"-Zertifikate entschieden. Der durch den World Wildlife Fund (WWF) und andere Umweltorganisationen gegründete "Gold Standard" hat die strengsten Kriterien für die Definition eines Kompensationszertifikates und stellt höchste Standards beim globalen Klimaschutz sicher. Die streng angelegten Maßstäbe an die Projekte und deren Berechnungsmethoden werden wiederum durch externe Gutachter, beispielsweise den TÜV Nord, akkreditiert. Und auch das Bundesumweltamt empfiehlt "Gold Standard". 

Mehr zu unseren klimaneutralen Produkten erfahren Sie hier.

Sie haben noch Fragen?

Für Fragen zu Ihrem individuellen Vertragsangebot stehen Ihnen unsere KollegInnen der Kundenberatung zur Seite.

   030 267 44 140             vertragsumstellung@waerme.berlin